HAST DU NOCH DEN DURCHBLICK?
Fünf Tipps für einen gesunden Umgang mit der modernen Informationsflut

Zeitungen, Fernsehen, Facebook und Instagram, WhatsApp und soziale Kontakte: Informationen und Umweltreize prasseln aus allen Richtungen auf uns ein. Fakten, Meinungen, Ideen und Anleitungen. Bilder von schönen und grauslichen Ereignissen. Ich habe für Euch zusammengefasst, wie diese Reizüberflutung auf uns wirkt und fünf Tipps zusammengestellt, wie du selbstverantwortlich damit umgehen kannst.

Stell dir vor, du stehst in der Früh auf und machst dich bereit für die Arbeit. Am Weg vom Bett ins Büro isst du alles, was du siehst. Angefangen in der eigenen Küche, kaufst du auch bei jedem Würstelstand und in jedem Supermarkt, bei jeder Bäckerei und in jedem Café etwas zu essen. Am besten ohne darauf zu achten, ob es zu deinem Ernährungskonzept und deinem Appetit passt. Wie wirst du dich fühlen, wenn du endlich angekommen bist? Übersättigt? Angeekelt? Müde? Schwer? Was löst diese Vorstellung in dir aus?

Vermutlich würde niemand auf die Idee kommen, dieses Experiment tatsächlich zu machen. Aber viele von uns machen genau das tagaus, tagein mit ihrem Informationskonsum. Der morgendliche Facebook-Check, die Gratis-Zeitung in der U-Bahn oder die Nachrichten im Radio, Gerüchte im Büro, die Musik, die du über den Tag verteilt hörst und die abendliche Fernsehroutine. Dazwischen das eine oder andere Online-Spiel, um die Zeit zu vertreiben. Mittlerweile ist wissenschaftlich gesichert: Jede Informationsaufnahme macht etwas mit dir. Du wirst kurzfristig wütend, traurig, betroffen, entsetzt oder erlebst Freude und Inspiration.

Vermutlich würdest du nicht wahllos unterschiedlichstes Essen in dich hineinstopfen. Aber viele von uns machen das dennoch mit Informationen.

Wir leben in einer Zeit, in der externe Reize grenzenlos verfügbar und kaum mehr kontrollierbar sind. Das Handy als ständiger Begleiter trägt maßgeblich dazu bei – Nachrichten, Austausch mit Freunden, Online-Spiele und Musik sind immer verfügbar und bieten Ablenkung vom Alltag, wann immer es erwünscht ist. Wie auf dem nachfolgenden Video zu sehen, werden manche derart abgelenkt, dass sie die Welt um sie herum komplett ausblenden.

Die Szenen aus dem Video mögen im ersten Moment zum Lachen anregen. Aber was dahinter steht ist eine durchaus ernstzunehmende Veränderung unserer Gesellschaft. Viele Kinder (und auch Erwachsene) sind nicht mehr in der Lage, sich ohne Hilfsmittel zu entspannen. Sie sehnen sich nach Ruhe, halten diese aber gleichzeitig nicht aus. Aus der anfänglichen Nervosität können auf lange Sicht sogar Substanzabhängigkeiten entstehen. Doch welche Rolle spielt der Informationskonsum dabei?

Wie wirken Umweltreize auf Geist und Körper?

Unser Unterbewusstsein kann nicht zwischen Realität und Fiktion unterscheiden. Daher führt jede Wahrnehmung zu einer emotionalen Reaktion. Egal ob es sich um tatsächlich Erlebtes, oder um aus zweiter Hand wahrgenommenes wie Nachrichten, Musik, Spiele oder Gespräche handelt (wer das nicht glaubt, soll sich einmal eine Stunde lang mit Death Metal auf voller Lautstärke zudröhnen und schauen, was für Empfindungen dabei ausgelöst werden). Besonders betroffen fühlen wir uns dann, wenn andere Menschen Teil des Geschehens sind.

Verantwortlich dafür sind unter anderem unsere Spiegelneuronen. Sie reagieren mit Resonanz, wenn wir Handlungen von anderen beobachten und machen den Menschen somit zu einem sozialen, mitfühlenden Wesen. Das bedeutet, dass wir alles was anderen Menschen passiert mitfühlen. Im Extremfall sogar in der selben Intensität. Untersuchungen der Spiegelneuronen haben sogar ergeben, dass die Beobachtung von Handlungen anderer ein inneres Simulationsprogramm zum Schwingen bringt und dadurch die eigene Handlungsbereitschaft erhöht. So viel zum Thema Kinder und Egoshooter – aber das ist eine ganz andere Geschichte…

Weiters haben Forschungen vor geraumer Zeit nachgewiesen, dass die bloße Vorstellungskraft ausreicht um etwas emotional zu erleben, zu trainieren oder zu perfektionieren. Mentales Training und Videosimulationen sind heute anerkannte Hilfsmittel zur Verfeinerung von Abläufen in technischen Sportarten und in der Vorbereitung beruflicher Fertigkeiten.

All das zusammengenommen bedeutet, dass jede Information und jeder Reiz etwas in uns verändert. Mit jedem Informationshappen werden emotionale und im Extremfall auch körperliche Reaktionen ausgelöst. Ist man 7 Tage die Woche, 30 Tage im Monat und 365 Tage im Jahr permanent diesen Reizen ausgesetzt, verändert sich das persönliche Wohlbefinden, die Stimmung und die individuelle Weltwahrnehmung.

Je bewusster du mit der Aufnahme von Reizen umgehst, desto mehr Kontrolle hast du über deine Reaktionen darauf.

Je bewusster du also mit der Aufnahme diverser Infos und Reize umgehst, desto mehr gelingt es dir, deine Reaktion darauf bewusst zu gestalten. Es geht dabei überhaupt nicht darum, sich gänzlich von der Außenwelt abzuschotten und zum „Digital-Detox-Junkie“ zu mutieren. Schon alleine die bewusste Entscheidung, auf bestimmte Informationen zu verzichten oder gewisse Informationsquellen anderen vorzuziehen kann viel bewirken.

Wer die Wahl hat, hat die Qual: Welche Informationsquellen wählst du? | Bildquelle: Pixabay

Wie kannst du dem Informations-Overload gegensteuern?

Magst du deine Informationsaufnahme bewusster gestalten? Dann sieh dir die folgenden fünf Tipps an und übernehme die Kontrolle darüber, welche Informationen du konsumierst:

1. Mache dir bewusst, wie dein Konsumverhalten aussieht

Beobachte eine Zeit lang, welche Informationen und Reize du über den Tag konsumierst und welche Emotionen sie bei dir auslösen. Inspirieren sie dich oder rufen Sie unangenehme Empfindungen hervor? Denkst du im Laufe des Tages noch häufiger darüber nach?

2. Entscheide, welche Informationen dir gut tun

Gib Informationen den Vorzug, die bei dir positive Gefühle auslösen und dich in eine produktive und kreative Stimmung versetzen.

Wenn du feststellst, dass manches dich traurig, wütend, hilflos oder verzweifelt macht oder andere negative Gefühle auslöst, stelle dir folgende Fragen:

• Betrifft diese Information mich persönlich?
• Ist sie für mich wichtig?
• Was würde passieren, wenn ich künftig auf ähnlich Informationen oder Reize verzichte?

3. Gestalte deinen Reizkonsum aktiv

Entscheide selbst, ob du etwas hören, lesen oder sehen möchtest. Sage „nein“ zu unnötiger Information. Das gilt auch im Gespräch mit anderen. Wenn du feststellst, dass ein Gespräch dich müde macht und der Inhalt dir nicht gut tut, brich es ab. Dein Geist wird es dir danken!

4. Wähle passende Informationsquellen

Für jedes Informationsbedürfnis gibt es mehr oder weniger geeignete Quellen. Finde diejenigen, die deinen Bedürfnissen gerecht werden und gib ihnen den Vorzug. Informiere dich gezielt, anstatt wahllos alles aufzunehmen was vor dir liegt.

5. Bereinige deine social-media-feeds

Es muss nicht immer „entweder – oder“ sein. Die meisten Social-Media-Seiten haben Filterfunktionen, die dir ermöglichen in deinem Feed nur mehr jene Sachen zu sehen, die dich auch wirklich interessieren. Wenn du etwas nicht sehen möchtest, blende es aus und steuere über diese Funktion Menge und Qualität.

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